Mamma mia!

Illustration: Fabian Sigg
Illu-Idee & Text: Dominik Brülisauer

Anmerkung: In meiner Kolumne für das Spassmedien-Imperium Joiz habe ich bis zu dessen Grounding 2016 unter der Rubrik «Guter Rat ist billig» Ratschläge zu den wichtigsten Daten des Jahres verschenkt.

MAMMA MIA!
So überraschst du dein Mami am Muttertag.

Als gute Mutter ist man nicht nur Babyfabrik, sondern auch Organisationstalent, Facility-Managerin, Anwältin, Richterin, Spitzenköchin, Pädagogin, moralische Instanz und Betriebsökonomin. Dabei arbeitet man umsonst 24 Stunden am Tag und zwar sieben Tage die Woche. Und falls eine Mutter ihren Pflichten mal nicht nachkommt, kann sie sicher sein, dass ihr Sohn ein paar Jahre später ein weltberühmter Rapper ist und sie ununterbrochen öffentlich disst. Dieses Risiko muss sonst keine Berufsgruppe eingehen. Oder hast du schon mal gehört, dass Eminem seinen Tourbusfahrer, Drogenhändler, Arzt, Wasserstoffperoxidlieferanten, Therapeuten, Tätowierer, Steuerberater, Fitnesscoach oder M&M’s-Verkäufer in den Dreck gezogen hat? Wohl kaum.

Mütter müssen nicht nur Übermenschliches leisten, von ihnen wird auch erwartet, dass sie ihre Kinder lieben. Und zwar bedingungslos. Evolutionsbiologisch macht das Sinn. Eine Spezies, die ihren Nachwuchs nur zum Essen mag, muss automatisch aussterben. Mütter, die ihre Kinder nicht lieben, geniessen in unserer Gesellschaft einen gleich guten Ruf wie Jan Böhmermann bei Recep Erdogan. Aber die ganze Sache ist unfair, weil es gewissen Müttern ganz einfach leichter fällt ihre Kinder zu lieben als anderen. Als Mutter eines Problemkindes wie Nationalrat Erich Hess ist man ja wohl um einiges mehr gefordert, als wenn man die Mutter von einem Wunderkind wie mir ist.

Weil Mütter das Grossartigste auf dieser Welt sind, feiern wir sie jeweils am zweiten Sonntag im Mai am Muttertag. Diese Tradition geht zurück bis in die Antike. Die alten Griechen kannten das Verehrungsritual für die Göttin Rhea, die Römer zelebrierten den Kybele- und Attiskult. Den Muttertag, den wir heute kennen, ist beeinflusst durch die englische und amerikanische Frauenbewegung. Das Ziel war es, mehr Anerkennung für die Frauen im Allgemeinen und die Mütter im Besonderen zu generieren. In der Schweiz setzten sich unter anderem die Floristen für die Einführung des Muttertages ein. Dieses Ziel erreichten sie im Jahre 1930. Das ist wohl einer der Hauptgründe dafür, dass wir unseren Müttern heute Blumen zum Muttertag schenken. Was wäre wohl passiert, wenn sich damals die Waffenlobbyisten, Zuhälter, Tabakproduzenten, Klärwärter oder Genitalbereich-Piercer für den Muttertag stark gemacht hätten? Ich will es gar nicht wissen.

Zu den beliebtesten Müttern gehören die Mutter Gottes, Mutter Erde, Mutter Theresa und die Schraubenmutter. Dann gibt es aber auch böse Mütter, wie zum Beispiel die Rabenmutter oder die Stiefmutter in den Märchen der Gebrüder Grimm. Aber die Mutter, die wohl am meisten Schaden angerichtet hat, ist die Mutter von Justin Bieber. Hätte sie damals nicht Videos ihres singenden Schnösels auf Youtube geladen, wäre der kleine Justin nur ein lokales Problem in Kanada geblieben. Sie hat der Welt den gleichen Gefallen erwiesen wie Leute, die Enthauptungsvideos, Computerviren oder Pop-up-Banner online stellen.

Die beste Mutter der Welt ist natürlich meine eigene. Sie hat mir nicht nur ausgezeichnete Gene auf den Weg gegeben, sie ist auch immer für mich da. Früher sind meine Mitschüler nur aus dem Grund an meine Geburtstagspartys gekommen, weil sie wussten, dass die Kuchen meiner Mutter der Hammer sind. Später hat sie sich fürsorglich um meine Zimmerpflanzen gekümmert. Auch das hat meinen Freunden und mir Höhenflüge bereitet. Letztes Jahr habe ich ihr mitgeteilt, dass ich jetzt meinen Lateinunterricht nachhole. Sie hat das ein wenig falsch verstanden und mich gefragt, ob sie mir zu diesem Zweck ein Paar Latin-Dance-Schuhe kaufen solle. Einmal Mutter, immer Mutter.

Hier mein Ratschlag zum Muttertag. Sag deiner Mutter einfach lieb danke für alles, was sie für dich getan hat. Falls du ihr nämlich was Schönes kaufst, wird sie sich darüber beschweren, dass du immer noch nicht mit Geld umgehen kannst. Wenn du sie zum Essen ausführen möchtest, wird sie dich vorwurfsvoll anschauen und fragen, was denn mit ihrem Essen nicht in Ordnung sei. Und falls du ihr einen Kuss gibst, wird sie dir raten, du sollst doch lieber langsam jemanden zum Rummachen suchen und endlich eine Familie gründen. Oder geht das nur mir so?

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